Chronik

 

Im Jahre 1925 erging von der Behörde an die Gemeinde Thüringerberg die Aufforderung, in ihrem Wirkungsbereich für eine Feuerwehr zu sorgen. Im Auftrag des Bürgermeisters gründete Engelbert Müller (HNr. 6) mit vier Männern eine Pflichtfeuerwehr. Als erste Ausrüstung bekamen die Männer eine Rücken-Tragspritze, die von Hand betätigt werden musste.

Am 14. November 1926 wurde von 14 Proponenten die Freiwillige Feuerwehr Thüringerberg gegründet. Zum ersten Kommandanten wurde Engelbert Müller (HNr. 6) gewählt. Die junge Feuerwehr erhielt zur bisherigen Tragspritze eine fahrbare Handspritze dazu. Bereits 1927 wurde eine neue nagelneue Motorspritze gekauft. Auf diese war man besonders stolz, weil es im Großen Walsertal und in der näheren Umgebung des Walgau sonst keine dieser Art gab.

Neben der Schneedruckabwehr waren die Brandeinsätze die größte Herausforderung. Im Jänner 1930 brannte das Haus von Leopold Rinderer (HNr. 14) und 1931 standen in der "Gugga" (HNr. 62) Haus und Stall in Flammen. 1930 wurde ein großes Fest gefeiert und Fahnenpatin Ludwina Dünser, verehelichte Eberle (HNr. 96) ermöglichte die Anschaffung der ersten Fahne. Diese Fahne wurde 1976 fachgerecht restauriert und wurde erst 1997 zum 70-jährigen Jubiläum durch eine neue Fahne, gesponsert von der Fahnenpatin Mariette Konzett (HNr. 180) ersetzt.

1938 änderten sich die politischen Verhältnisse in Österreich und die meisten Feuerwehrmänner mussten zum Kriegsdienst einrücken. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges sammelte Kommandant Adolf Burtscher die heimgekehrten Feuerwehrkameraden und nahm mit ihnen wieder die Arbeit auf. Der Verein zählte nun 31 Mitglieder. 1951 fand das 25-jährige Gründungsfest statt. Als erste Feuerwehr des Großen Walsertales entsandte Thüringerberg 1953 eine Gruppe zur Teilnahme an den Leistungswettkämpfen, die in Schwarzach abgehalten wurden. Dann kam das Jahr 1954 - das Jahr, in dem im Großen Walsertal eine Lawinenkatastrophe unermessliches Leid und verheerende Schäden anrichtete.

Das neue Spritzenhaus konnte 1957 in Betrieb genommen werden, nachdem im neuen Gemeindehaus die entsprechenden Feuerwehrräume gleich eingeplant worden waren. Nach langen Diskussionen und Verhandlungen wurde 1970 ein eigenes Löschfahrzeug vom Typ Land Rover gekauft und 1971 feierlich eingeweiht. 1989 entschloss sich die Gemeinde mit der Feuerwehr ein Leichtlöschfahrzeug KLF 35 ohne Allradantrieb anzuschaffen. Die letzte große Anschaffung war im Jahre 1999 das Tanklöschfahrzeug TLF 2000 welches den Land Rover aus dem Jahre 1970 ersetzte. Das Tanklöschfahrzeug wurde im Jahre 2000 eingeweiht.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Frw. Feuerwehr vor allem bei den Brandeinsätzen in Thüringerberg und den umliegenden Gemeinden gefordert. In unserer Gemeinde waren dies Haus und Stall von Albert Pfister, HNr. 10 (Februar 1965), Wohnhaus des Erwin Konzett, HNr. 18 (4. April 1987), der Stall des Anton Martin, HNr. 52 (7. März 1992) sowie der Stall von Guido Burtscher, HNr. 37 (22. Juli 1999). Ab der 90-er Jahre war eine starke Zunahme der Hochwassereinsätze zu verzeichnen. Die größten Einsätze waren am 22. und 23. Dezember 1991 und das Pfingstwochenende 1999.